Das Stadtleben mit zwei kleinen Knöpfen ist cool. Wir stellen uns ans Fenster im Wohnzimmer und können Menschen beobachten, Trams, laut hornende Tütas rasen vorbei, wir hören Geschrei, Lachen, Gespräche – es lebt und das ist wunderbar. Innerhalb von zwei Minuten Fussweg gibt es alles, was wir im Alltag benötigen. Eine Bäckerei, eine Metzgerei, einen Asia-Shop für alltägliche Esswaren, eine Drogerie, einen DM. Prag hat prima Spielplätze an allen Ecken und einen wunderschönen Park erreichen wir in 20 Minuten zu Fuss. Den Buben geht es prima in der Stadt. Sie brabbeln, gucken, lachen, staunen, sind ausgeglichen und zufrieden.


Dennoch ist es auch anstrengend. Sehr. Anstrengend. Bevor wir jeweils losgehen, um ein neues Quartier auszukundschaften, den Fernsehturm zu besichtigen oder einen Flohmarkt zu besuchen, braucht es minutiöse Vorbereitung. Getränke für die Kinder, einen Zwipf für alle Lebenslagen, Windeln, Feuchttücher, Wickelunterlage, für Vincents Zmittag warmen Babybrei in der Isoliertasche, Löffel, Ersatzkleider, Lätzli, Traghilfe – meistens sind wir schon erschöpft, bevor alle in ihre Jacken gepackt und bereit zum Losmarschieren sind. Kommt hinzu: Das Wetter ist derzeit ein Arsch, von sechs Grad bis 20 Grad kann’s einem täglich erwischen, wir sind irgendwie immer unpassend gekleidet, schwitzen oder frieren.

Anstrengend ist auch die Tatsache, dass wir neben diversen Traghilfen, in denen wir die Kinder wahlweise am Bauch oder am Rücken durch die Stadt befördern, auch noch einen Kinderwagen brauchen. Nicht immer wollen oder können wir zum Mittagsschlaf zu Hause sein und die Kinder schlafen dann jeweils im Wagen und auf dem Buckel von Mami oder Papi. Den Kinderwagen hieven wir über Prags Pflastersteine, über tausende von Treppen, in die alten Trams, die nur über drei hohe Treppenstufen erreichbar sind – das ist auch körperlich fordernd. Zudem gibt es in zahlreichen Restaurants keine Kinderstühle, geschweige denn eine Wickelmöglichkeit. Vincent lässt sich noch unter Protest auf einem Klodeckel wickeln. Jakob leider nicht… Jedenfalls: Abends sind wir immer fix und fertig.

Zu gerne würden wir ab und zu eines der tollen Restaurants besuchen, die wir auf unseren Stadtexkursionen entdecken oder in einer hübschen Bar versumpfen – natürlich nur zu zweit. Doch dazu reicht momentan unsere Energie nicht aus. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir irgendwann doch noch alleine um die Häuser ziehen werden, während unsere Nanny Jana auf die Buben guckt.









Ohhhh ihr Lieben.
Das war für mich jetzt ein super Morgenkaffe mit, eure 2 neuen Beiträge lesen.
Danke dafür. (Schmutz)
Mit Kinder zu reisen ist, mit Alltag zu reisen.
Jedoch kann man es schaffen, mit so einer coolen Auszeit wie ihr euch hier nehmt, den Fokus vom Alltäglichen wegzunehmen (weil das ist ja Fakt) und das Neue um einem herum, plus die Anwesenheit seines Liebsten zum Gegenwärtigen Augenblick (der es ja definitiv auch ist) zu leben.
Somit geniesst eure Zweisamkeit während der Viersamkeit.
Freue mich auf neue Beiträge von Euch.
Danke auch für die vielen Bilder.
Man kann so sich noch besser Einfühlen in euer Sein.
Drück Euch.
Liebs Grüessli Marlies
danke, liebe Marlies! schön, dass du uns auf unserer Reise begleitest!