Seit einer Woche sind wir nun auf der Insel und die Jungs entwickeln sich zu richtigen kleinen Spaniern. Morgens kommen sie nicht aus den Federn, dann wollen sie ausgiebig frühstücken, gleich im Anschluss ein wenig sändele, Auto spielen, schaukeln und natürlich bädele. Am Abend dann – alles nur nicht schlafen. Vor 21.30 Uhr ist an Feierabend nicht zu denken und genau so wenig kommen wir vor 11 Uhr morgens aus dem Haus. Da wird es mit dem Timing für Ausflüge irgendwie schwierig, denn eine ausgiebige Siesta muss ja auch noch irgendwann rein.
Und dann ist da noch diese Wolke über unserem Haus in der Pampa. Jeden Tag ist sie da und schiebt sich gerne genau dann vor die Sonne, wenn die Buben Siesta machen und ich ein wenig auf dem Liegestuhl am Pool sitzen und lesen könnte. Ich kenne sie gut, diese Wolke, sie begleitet mich auf all meinen Reisen, ich habe ihr vor langer Zeit sogar schon einmal einen Text gewidmet.
So kommt es, dass unsere letzte Reise derzeit noch ein wenig stockt. Irgendwie kommen wir nicht so recht in die Gänge und obwohl ich die Zeit im und ums Haus geniesse, macht sich auch eine gewisse Unruhe bemerkbar, die natürlich meine ureigene Unruhe und innere Wolke ist, denn schliesslich ist dies unsere letzte Reise für lange, lange Zeit. Die Uhr tickt, die Auszeit naht sich dem Ende und der baldige Wiedereinstieg in den stressigen Alltag sitzt mir im Nacken.
Ob ich mich in den kommenden Wochen wohl noch einmal vollends entspannen kann? Ich hoffe es doch! Immerhin lese ich bereits mein zweites Buch in einer Woche und das, nachdem ich mein die vergangenen vier Monate mitgereistes und nicht einmal geöffnetes Buch nun zu Hause gelassen habe. Doch glücklicherweise bietet unsere Finca eine überschaubare Bibliothek an deutschen Urlaubsklassikern, die ich mir nun zu Nutze mache. Weshalb sich in grosse Literatur vertiefen, wenn man sich auch bitz triviale Liebesschnulzen in der Hängematte unter dem Vordach reinziehen kann?
Mein Vorsatz für die kommenden Wochen: Die Wolke kann mich mal. Die am Himmel zumindest. Was ich mit der Wolke in meinem Bauch mache, muss ich noch mit Tom bei einem Glas Wein oder zwei diskutieren – ich gehe davon aus, dass es ihm ähnlich ergeht wie mir. So long …

















