Über sechs Wochen war ich nun in Tschechien unterwegs und da drängt sich natürlich von vielen Seiten die Frage auf: Sprichst du denn nun auch die Sprache? Ich sag mal so: Mein tschechischer Wortschatz war auch schon kleiner. Etwas. Kleiner.

Was ich schon kannte, war «ahoj» – hallo und tschüss. Was ich auch schon kannte, war «Hoří park a hoří dům, zavolejte hasičům». Was soviel heisst, wie «es brennt der Park, es brennt das Haus, holt die Feuerwehr!». Zudem habe ich im Laufe der Jahre von babička ein paar Worte aufgeschnappt: «sluníčko» (Sünneli), «pozor» (Vorsicht!) oder «brouček» (Käferli).
Ehrlich gesagt macht mir das ganze Gemüse oberhalb der Buchstaben etwas Mühe. Zum Beispiel jetzt, wo ich die ganzen Worte eintippe und die elenden Sonderzeichen suchen muss – Horror. Zudem kann ich, wenn Menschen sich auf Tschechisch unterhalten, so überhaupt nicht ausmachen, worum sich das Gespräch gerade dreht. Ich verstehe einfach nur gar nix, rien du tout, nada, niente.

Tom meinte zwar kürzlich, dass ich jeweils so aussehe, als könne ich tschechischen Diskussionen durchaus folgen. Doch schon mein Mathelehrer hatte immer das Gefühl, ich würde seine komplexen Berechnungen an der Wandtafel verstehen – das liegt irgendwie an meinem Gesicht. Ich verstehe Bahnhof und überlege mir, welchen Nagellack ich eventuell morgen auftragen könnte, und die Menschen meinen, ich würde mir gerade tiefschürfende Gedanken zur Differentialrechnung machen.

Jedenfalls habe ich meinen Wortschatz nun etwas erweitert. Mit Spielplatz-Tschechisch. Ich weiss jetzt noch: «Pomalu» (langsam), «podívej» (schau) und «počkey» (warte). Sobald ich aber etwas Tschechisches sage, meint mein Sohn: «Nei! Mami!!!». Děkuji, na zdraví! Danke, Prost.