Weiter gehts.

Wenn man einen Haustausch macht, dann ist es selbstverständlich, dass man das Haus in einwandfreiem Zustand hinterlässt, damit dessen Bewohner nach Hause kommen und sich sofort wieder wohl fühlen. Dasselbe erwarten wir schliesslich auch von unseren Tausch-Gästen. Nun bedarf es mit zwei kleinen Knöpfen natürlich einiges an Planung, damit ein ganzes Haus perfekt sauber und aufgeräumt übergeben werden kann. Wir begannen mit dem Putzen daher schon zwei Tage vor Abreise.

Als die Buben schliefen, konnten wir Staub wischen, packen und aufräumen. Am Morgen darauf liessen wir die Buben spielen und widmeten uns den Bädern, dem Treppenhaus, den Böden und den Kalkflecken in der Küche. Nach dem Mittagsschlaf machten wir uns auf zum Hafen von Odense, den wir bislang noch nicht gesehen hatten. Das gesamte Hafengebiet wird derzeit neu organisiert – es soll wohl eine etwas hippe Gegend werden mit schönen Wohnungen und coolen Locations. So sieht es zumindest aus. Es fühlt sich nur leider nicht wirklich so an.

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Der Hafen von Odense hat Potential.
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Hier gibt es coole Wohnungen, ein Schwimmbad im Meer, Beachvolleyball-Felder, Restaurants und vermutlich auch Bars.
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Nur leider war irgendwie keiner da.

Wenn ich an das Hafengebiet in Basel denke, das Klybeckquai, die Landestelle, den Siloturm, den Holzpark, das kürzlich eröffnete Humbug, dann denke ich an Leben. Menschen, Konzerte, Theater, Kleinkunst, Bars und Restaurants. Wir waren am Donnerstag gegen 18 Uhr am Hafen von Odense und waren über weite Strecken allein. Dabei hätte das Gebiet enormes Potential! Auf einem kleinen Spielplatz, auf dem die Buben sich austobten, lernten wir ein junges Pärchen kennen, deren Mädels in dem Alter unserer Buben waren. Ich fragte die Mutter, weshalb es denn hier keine Leute habe. «Die Dänen gehen kaum in den Ausgang unter der Woche», meinte sie. «In Kopenhagen oder Arhus ist das anders, aber hier…». Hm. Was die jungen Dänen unter der Woche wohl so treiben? Sport? Sitzen sie auf dem Sofa und lesen? Oder im Keller und machen Musik? Ich werde es auf dieser Reise wohl nicht herausfinden.

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Wir würden hier jedenfalls gerne abhängen. Auch ohne Kinder.
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Entspannung auf den «Böbbeln».
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Böbbel-Hüpfen.
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Böbbel-Klettern.

Am Freitagmorgen schliesslich hiess es: Grosses Putz-Finale. Wir überliessen die Jungs einmal mehr weitgehend sich selbst (Gezeter und Geschrei inklusive), wirbelten herum, bezogen die Betten frisch, wuschen die Bettwäsche und die Handtücher, schrubbten die Küche, füllten das Auto und verabschiedeten uns gegen 11 Uhr von unserem Häuschen, das uns in den zwei Wochen sehr ans Herz gewachsen war. Cactus, die Katze, liess sich leider nicht mehr blicken, so dass wir ohne ihr «adieu» gesagt zu haben, die Weiterreise in Richtung Norwegen antraten.

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Ein letztes Foto vom Haus: Eine Dänische Künstlerin hat sich auf Jan Vermeers «Mädchen mit dem Perlenohrring» spezialisiert – I like!!!
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Weiterreise gen Norwegen. Weite Strecken führten uns über Wasser.
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Die Fahrt über die spektakuläre Öresundbrücke von Kopenhagen nach Malmö verschliefen die Jungs dann mal wieder.
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Tja. Brücke verpasst.
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Eine Nacht verbrachten wir in Schweden in einem Bed and Breakfast (wir fanden nix anderes, alles ausgebucht!), das uns an einen australischen Backpacker erinnerte. Jedes Bettlaken und jedes Handtuch bezahlten wir extra und die Betten mussten wir auch noch selber beziehen. Was da wohl der Sinn dahinter ist?
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Auf dem angrenzenden Bauernhof fanden wir überraschenderweise ein hübsches und cooles Hipster-Beizli und genossen ein regionales, sehr leckeres Hipster-Znacht, nach einer rund 90-Minütigen Wartezeit. Die Hipster waren wohl noch nicht so ganz eingespielt. Dafür attraktiv.
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Nach dem Nachtessen, Kinder schlafen, Babyphone eingepackt – wir setzten uns noch ein wenig in den riesigen Garten und waren einmal mehr die einzigen.
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Unser «Familienzimmer» hatte ungefähr 15 Quadratmeter und die Betten waren wie in einem Schlafzug angeordnet. Zwei unten und zwei konnte man an der Wand herunterklappen. Nur so mässig praktisch mit zwei kleinen Ranggifüdle. Doch wir stapelten uns irgendwie übereinander und hatten wider Erwarten eine ganz wunderbare Nacht.
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Am Morgen dann: Weiterreise. Fand Jakob total uncool. Er hatte nämlich schon wieder zwei kleine Schwedinnen an der Angel und trennte sich nur sehr widerwillig von ihnen «Ich chumm nid mit!!!». Er kam dann doch mit. Wenn auch nicht ganz freiwillig.

4 Gedanken zu „Weiter gehts.&8220;

  1. Die Dänen bleiben zu Hause wegen hygge! Jakob, Du Blondinen-Casanova , sammelst jetzt schon Trophäen auf Deinen Reisen!

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