Vollmond.

Auch im Urlaub ist nicht jeder Tag eitel Sonnenschein. Es gibt sie, diese zähen Tage, die nicht vorbei gehen wollen. An denen ständig einer plärrt oder nervt, es den ganzen Tag von irgendwoher nach Scheisse stinkt und wir nicht so genau wissen, was wir mit uns und dem Tag eigentlich anfangen sollen. Heute war so einer. Der erste wirklich triste Regentag überdies, an dem sich die Sonne den ganzen Tag nicht blicken liess. Stattdessen alles nass, in der Finca eng und dunkel, die Ameisen transportierten Vincents hinterlassene Fleisch- und Käsekrümel durch die Wohnung, wir traten uns überall auf die Füsse, das Chaos nahm überhand, die Stimmung war durchzogen.

Bis wir aus dem Haus kamen, war elf Uhr vorbei, weil sämtliche Rituale (Zähneputzen, letzte Windeln wechseln, Schuhe anziehen) nervenaufreibende, ewig dauernde Diskussionen erforderten und als Jakob endlich mehr oder wenig ausgehfertig war, war Vincent bereits wieder hungrig, müde und entsprechend übellaunig. Wir verbrachten den verregneten Mittag in einem Shoppingcenter mit Herumspazieren und Gucken, was man so kaufen könnte, wenn man denn wollte. Waren aber total unmotiviert und fuhren nach einem kleinen Snack wieder zurück zur Finca – im Auto rüttelte ich an den Buben, damit sie nicht einschliefen – denn nach diesem Morgen wollten wir auf gar keinen Fall auf eine angemessene Siesta verzichten.

Die bekamen wir auch. Zwei Stunden Ruhe, lesen, dösen – herrlich. Um halb fünf schliesslich waren alle wieder wach und die zähflüssigen Stunden gingen weiter. Jakob sass eine Stunde lang an seinem Zvieri, jammernd und motzend, während Vincent draussen unter wolkenverhangenem Himmel spielte und im Nu von Kopf bis Fuss nass und voller Sand war. Bis wir Jakob soweit fertig hatten, um noch einmal nach draussen zu gehen, war halb sieben. Vincent wäre schon wieder bereit gewesen fürs Znacht, doch wir beschlossen, noch einen Spielplatz aufzusuchen – Tapetenwechsel und Bewegung helfen immer. Um acht waren wir wieder daheim und das Theater mit Essen, Trinken, Zähneputzen und Pijama anziehen ging in die nächste Runde. Jetzt ist nach 22 Uhr, Jakob ist noch immer wach, aber immerhin ist Ruhe. Ein Blick zum Himmel zeigt mir: Vollmond. An einem Freitag, den 13ten. Nu denn.

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Unterdessen immer mit im Auto: die Fress- und Saufkiste. Grundlage für mehr oder minder entspannte Fahrten über die Insel.
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Die Welt ist ein grosser Spielplatz!
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Zähneputzen, gerne acht Mal pro Tag, ausgiebig und bitte alleine! Vincent hat die saubersten fünf Zähnchen dieser Welt.
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Während Jakob stundenlang vor einem Teller Reis sitzt – wohlgemerkt nicht weil wir ihn nötigen, sondern weil er mehr träumt als isst – kann Vincent in Ruhe mit allen Autos spielen. Auch mit denen, die eigentlich Jakob gehören.

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