Vor einem Jahr haben mich alle für verrückt erklärt, weil ich der festen Überzeugung war, der Bub komme am 15. Juli zur Welt – acht Tage vor dem eigentlichen Termin. Jakob haben wir auf mein Geheiss hin am 14. beim Gotti einquartiert und bei unseren Gästen, die am Samstagabend noch zum Grillieren vorbei kamen, habe ich mich verfrüht zum Schlafen verabschiedet mit den Worten: «Sorry, aber es wird die letzte ruhige Nacht für länger sein, die will ich noch geniessen. Tschäzämme.» Schwangere dürfen das.
Tja, was soll ich sagen: Ich hatte Recht. Heute ist Vincie bereits ein Jahr alt und hat mich zur Feier des Tages bis halb neun schlafen lassen. Den ganzen Tag über war ich etwas nostalgisch und musste den Buben sehr viel abknutschen, schliesslich kann ich mich noch lebhaft an den Tag vor einem Jahr erinnern und an die zwei Stunden, die er brauchte, um das Licht der Welt zu erblicken. Er wollte wirklich, wirklich am 15. raus. Und was ich auch noch lebhaft in Erinnerung hab: Diese Liebe, die wie schon bei der ersten Geburt einschlug wie eine Bombe. Ich hatte ja stets Angst, das zweite Kind nicht mehr so sehr lieben zu können, weil das Herz vom ersten schon besetzt ist. Völliger Blödsinn. In meinem Herzen hätte es noch für sehr viele Kinder Platz (aber in der Wohnung nicht, falls nun jemand auf glorreiche Ideen kommt).
Gestern Nachmittag hatten wir im Übrigen noch nicht mal ein Geschenk für den Piccolino; irgendwie bin ich shoppingtechnisch total aus der Übung und hab weder in Dänemark noch in Schweden etwas Passendes finden können. Was vielleicht auch daran liegt, dass jeweils drei Jungs genervt auf der Strasse warten, wenn Mutti schon wieder in einem Laden verschwindet. Jedenfalls habe ich auf unserem gestrigen Kurztrip ins Touristen-Örtchen Skjærhalden gottlob noch einen Krimskrams-Laden mit einer überraschend geschmackvollen Kinder-Ecke gefunden. Dann noch in einen Supermarkt, eine Brownie-Fertigmischung gekauft und zack – Geburtstagsleckerei auf dem Tisch; wohl wissend, dass ich Vincent mit einer Wurst die grössere Freude gemacht hätte. Aber wie sieht das denn auf dem Foto aus, wenn die Kerze in der Wurst steckt?!
Die Feierlichkeiten fielen dann eher bescheiden aus, denn es ist ja Toms Arbeits-Montag und Jakob fand es gar nicht läss, dass er zum Frühstück keine Brownies bekam und überdies der geile Bagger nicht für ihn, sondern für Vincent war. Dennoch hatten wir einen sehr schönen Mami-Tag, badeten im Garten, gingen spazieren, spielten viel und assen auf der Terrasse Zmittag. Vincent war heute besonders anhänglich und kam alle zwei Minuten zum Kuscheln bei mir vorbei, so als wolle er mir sagen: «Das hast du ganz prima gemacht vor einem Jahr». Jepp. Und du, Vincent, bist unsere grosse Liebe und unsere tägliche Freude!









Wow! Was für ein grandios-speziellen 1-ten Geburtstag ❤❤❤ an soooo einem schönen Ort. Wow!!! Lieber Vinci, nachträglich noch alles „Liebe“ und „Gute“ zu deinem Geburtstag!
Das ist ja mal ein Ausblick von der Terasse und lässt mein eigenes Schiffer-Herzen gleich aufblühen beim betrachten der Fotos. Soooo schön. ❤
Grüsse in Norden….Marlies